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Frohes Neues in Berlin!

Nun ist die erste Woche zwar schon wieder fast vorbei, doch wünsche ich allen Besuchern meiner Seiten doch noch ein frohes Neues Jahr!

Ich selber habe den Jahreswechsel in Berlin verbracht. Natürlich mit Kamera…

Mit dabei waren diesmal das Nikon 35mm F2.0, das Nikon 85mm F1.8 sowie ein Shootsac und ein Sunsniper-Gurt. Erläutern tue ich das, weil ich äußerst angetan von der Kombination war! Das 85mm Objektiv fand zwar keinen einzigen Einsatz, störte jedoch im Shootsac verpackt überhaupt nicht!

Auch die Kamera, die bei Schnee und Wind stets am Sunsniper baumelte, machte keinerlei Probleme. Bei meinen vorherigen Urlauben hingegen nahm ich häufig viel zu viele und zu schwere Objektive mit. Verstaut in einem Fotorucksack, musste dieser sonst immer wieder abgenommen, auf den Boden gelegt und geöffnet werden. Ein lästiges Unterfangen, das Zeit kostet und den Spaß am Fotografieren mindert.

Mit dem leichten 35mm Objektiv und ohne Batteriegriff machte auch die Kamera eine eher leichte und angenehm zu tragende Figur. Dementsprechend habe ich diesmal auch mehr allgemeine Reportage der Umgebungen betrieben. Ergebnisse seht ihr hier.

Published by Marcel, on January 7th, 2010. Filled under: Allgemeines,Ausrüstung | No Comments

Panorama

Heute mal ein Foto aus einer neuen Rubrik. Ich hab’ mir vor Kurzem mal einen Panoramakopf geleistet und fotografiere jetzt hin und wieder auch Landschaften und Architektur mit diesem Kopf. Eine spannende Sache, da man speziell sehr komplexe Linien, die nah an der Kamera sind, ohne entsprechende Parallaxefehler aufnehmen kann.

Hier mal mein erster Versuch am Prinzipalmarkt. Für eine größere Ansicht auf das Foto clicken!

Published by Marcel, on December 14th, 2009. Filled under: Allgemeines,Ausrüstung | No Comments

Fast Dial

Heute mal ein klein wenig Off-Topic.

Ich weiß ja nicht, wie ihr so eure Präferenzen legt, aber bei mir darf die Arbeit am Rechner gerne schnell gehen. Speziell mit dem Surfen verschwendet man ja schnell wichtige Minuten auf unwichtigen Seiten. Daher sammle ich für mich wichtige Seiten in Bookmark-Ordnern.

Nun, jetzt hat Apple auch wiedermal ein Safari-Update rausgebracht und mich, als vehementen Firefox-User, doch etwas neidisch gemacht. Da zeigt sich nämlich eine (für Apple typische) grafisch sehr schön animierte Übersicht wichtiger und kürzlich besuchter Internetseiten.

Auf der Suche nach so einem Feature für Firefox bin ich daher sehr schnell auf Fast Dial gestoßen, das es schon länger für Firefox gibt. Es sieht zwar nicht so dynamisch und hübsch aus, wie bei Safari, erfüllt aber voll und ganz seinen Zweck. Mit Fast Dial lassen sich somit auch unter Firefox Internetseiten in eine Startübersicht legen. Ich hab’s gleich mal gemacht und bin sehr zufrieden.

Vielleicht ist das ja auch etwas für euch!

Published by Marcel, on June 9th, 2009. Filled under: Ausrüstung | No Comments

Eine Frage der Qualität?

Als ich heute den Artikel auf zdnet zu diesem neuen NEC Monitor mit 12-Bit-Farbdarstellung und gekrümmter Oberfläche gelesen habe, kam mir wieder mein Beitrag in den Kopf, den ich euch schon seit längerer Zeit einmal online stellen wollte.

Immer wieder bekommen (Hobby)Fotografen die Frage gestellt “und, mit was für einer Kamera fotografierst du so?”, nur um dann häufig gerade von Leuten ohne Hintergrundwissen nach der Antwort gesagt zu bekommen “hmm, ist ‘ne Große, wa?”…

In ein Ähnliches Verhalten fallen häufig auch Anfänger, die sich durch den Kauf einer gräßeren/teureren/”besseren” Kamera auch bessere oder gar geniale Fotos erhoffen. Wie groß ist da wohl immer wieder die Enttäuschung, wenn die Fotos aus der neuen Kamera aussehen, wie die aus der alten?
Aber sind es immer nur die Anfänger und Unwissenden, die glauben, mit einer besseren Ausrüstung würden sie auch bessere Fotos machen? Definitiv nicht! Wer ein mal in ein Fotografieforum geguckt hat, kannte die Antwort bereits und weiß, worauf ich hinaus will.

In solchen Fotografieforen geht es heiß her. Wer welche Kameramarke nutzt, ist mittlerweile unter Hobbyfotografen schon mehr Religion, als sachliche Analyse der eigenen Bedürfnisse gegen das Angebot an Kameras und Objektiven der Hersteller. Ausführlich wird dann natürlich unter jedem Post durch die automatische Signatur dargelegt, was man so alles an Werten zu Hause rumliegen hat. Ist ja nur praktisch, wenn andere direkt wissen, mit was für einer Ausrüstung ich so fotografiere, anstatt es erst hinterfragen zu müssen. Farblich hervorgehobene, markenzugehörige Kennzeichen für hochwertige Ausrüstungsteile dürfen da natürlich auch nicht fehlen! Dient ja schließlich dem besseren Verständnis dafür, wie man so super Fotos macht!

Oh, da kommen wir schon zum nächsten Punkt. Die super Fotos aus den super Kameras :)
Wenn dem mal so wäre… Beispielhaft sind da Fotografen, die in einschlägigen Foren zu Massenklagen gegen Hersteller aufrufen, weil ihre 3000 EUR Profi-Kamera unter arktischen Bedigungen möglicherweise aufgrund eines technischen Fehlers versagen könnte, in der eigenen “Galerie” jedoch nur Fotos von im heimischen, deutschen Garten (oder im Winter im Wintergarten, ist ja schließlich kalt draußen) fotografierten Blümchen präsentieren, die jeglicher künstlerischer Tendenz entbehren.

Bei dem Vorgehen, sich eine super Ausrüstung ohne Nutzen anzuschaffen hält wohl die Sammlerleidenschaft einzug. Zudem gibt es (meinem subjektiven Empfinden nach) auch mehr Männer, als Frauen mit der Tendenz zu einem solchen Verhalten.

Was Gebrauchtkäufer und Hersteller natürlich freut, ist das Verlangen nach Neuem. Dabei sieht man stets einen regen Anstieg an gebrauchten Kameras des Vorgängermodels in den Gebrauchtbörsen, bei Ankündigung eines neuen Models. Es gibt natürlich Firmen, die lassen lange mit einem Nachfolgermodel auf sich warten (man erinnere sich an die D7D von Minolta), aber auch solche, die fast schon jährlich ein neues Model im gleichen Segment rausbringen und das mit Neuerungen, die immer häufiger mehr Schein, als Sein sind. Was sich die Käufer von einem solchen Wechsel erhoffen? Ich glaube die Vermutung hatte ich ja schon geäußert…

Aber was macht neuere, größere Kameras wirklich besser? Eines der Verkaufsargumente schlechthin ist und bleibt die Menge der Megapixel (MP). Der Megapixelwahn scheint auch im DSLR-Markt weiterhin nicht abzureißen und mit zunehmender Steigerung der Handy-Kamera-MP steigt wohl auch der Bedarf, sich mit höherwertigen Kameras davon abzusetzen. Letztendlich ist es wohl eine Frage des Einsatzes. Wenn ich für den eher privaten Bereich Portraits oder Veranstaltungen wie Hochzeiten fotografiere, reichen meine 12MP voll und ganz aus. Ein DinA1 Poster lässt sich damit problemlos drucken. Wer allerdings in der Werbung arbeitet und möglichst hochauflösend Leinwände, Planen und Plakate bestücken muss, der sollte natürlich schon über mehr MP nachdenken. Ich persönlich möchte nicht die Datenmengen verarbeiten und verwalten müssen, die alleine bei den aktuellen großen MP-Monstern im DSLR-Bereich (21-24MP) so anfallen.

Qualitative Unterschiede sieht man hingegen stärker im Bereich der Objektive. Hier empfiehlt es sich, vorher genau darüber nachzudenken und zu recherchieren, was es an Objektiven in welchen Qualitätsbereichen zu welchen Preisen gibt, ob es sich lohnt darauf zu sparen und wofür, wie häufig und wie präzise man ein Objektiv benötigt. Empfohlen wird in Fotoforen äußerst schnell das Hochwertigste, was man kaufen kann. Natürlich macht man damit aus Qualitätssicht nichts falsch, hat letztendlich aber vllt. ein lichtstarkes, hochwertiges 1,5kg Objektiv zu Hause liegen und nimmt es nicht mit, weil für die 20km-Wandertouren mit der (z.B.) kleinen, alten 6MP Einsteiger-DSLR nur ein paar Erinnerungsschnappschüsse gemacht werden sollen und ein leichtes, kompaktes 18-200mm Objektiv für ein Drittel des Preises eigentlich die Bessere Wahl gewesen wäre. Schade drum!

Auch auf die Kameras trifft dies zu. Für die meisten Personen würde eine Kamera im Einsteigersegment ausreichend sein, für viele sogar einfach eine Kompaktkamera oder Bridgekamera ohne Wechselobjektiv. Gekauft wird aber das Teurere, weil es gut klingt, sich gut macht und der Verkäufer sowie Internet einem auch dazu raten. Dabei habe ich schon so manche brilliante Fotografen gesehen, die nur mit einer Einsteiger-DSLR und einem 50mm 1.8 Objektiv (aktueller Gesamtpreis ca. 400-500 EUR) + Tageslicht arbeiten und durchgehend beeindruckende Ergebnisse erzielen.
Definitiv (aber für viele vllt. nicht ausschlaggebend)Â auch eine Komfort- und Geschmacksfrage, da größere Kameras natürlich auch mehr Funktionen mit sich bringen sowie durch größere Gehäuseausmaße auch anders anzufassen und zu bedienen sind.

Letztendlich ist es immer der Fotograf hinter der Kamera, der das Gerät bedient und damit Fotos erarbeitet. Unterschiede wie Dynamikumfang, Schärfe, Auflösung und Bilder pro Sekunde verbessern ggf. die eigenen Aufnahmen aus technischer Sicht, werden einen in der fotografischen Entwicklung aber dennoch nicht voranbringen.

Auf Workshops zeigt sich gerne mal, dass mit der Kamera des Teilnehmers (die offenbar defekt sein muss, da damit nichts gutes bei rumkommt), die der Workshopleiter in die Hand nimmt, plötzlich genauso Aufnahmen zu machen sind, wie mit der des Workshopleiters.

Qualität hat seinen Preis und natürlich sind höherwertige Kameramodelle auch qualitativ besser verarbeitet. Ob sich das allerdings stets auf die eigentliche Bildqualität auswirkt, wage ich zu bezweiflen (den Darstellungsunterschied von Vollformat zu Crop einmal außen vor gelassen).

Um noch einmal auf den oben genannten Monitor zurück zu kommen; mich würde es nicht wundern, wenn nach Absenkung des Preises von 8000 USD so ein Monitor zukünftig auch bei dem ein oder anderen Privat-/Hobbyanwender im Arbeitszimmer ein neues Zuhause findet. Wer’s braucht… ;)

Published by Marcel, on June 5th, 2009. Filled under: Allgemeines,Ausrüstung | 2 Comments

Reflektortest

So, ich habe mittlerweile festgestellt, dass ich den Blog viel mehr nutzen sollte, auch mit allgemeinem Zeug zu mir und womit ich mich so beschäftige. Das werde ich demnächst nachholen. Zunächst allerdings mal wieder zu einem Fotothema.

Das Wetter wird – auch wenn es heute mal wieder frisch war – doch allmählich besser. Es ist länger hell, sonnig und wird auch noch wärmer werden. Ideal für ein paar Shootings draußen. So denke ich auch und nehme das als Nächstes in Angriff. Allerdings gibt es eine Frage, die mich in letzter Zeit intensiv beschäftigt hat und die ich heute mal austesten konnte. Aber zuerst für euch die Hintergrundinfos:

Viele Leute, die sich mit der Personenfotografie im Freien auseinandersetzen, kommen schnell an den Punkt, an dem sie überlegen “hey, so ein Reflektor wäre sicher gut!”. Ein Reflektor? Ganz einfach. Eine reflektierende Fläche, die das Licht zurückstrahlt. Mit einem Reflektor kann man Stellen aufhellen oder aber dorthin Licht lenken, wo überhaupt keines hinfällt. Aber was soll man da nehmen?

Eine der günstigsten und naheliegensten Lösungen sind die Reflektoren von Walimex und Konsorten. Die meisten kennen sie auch als “Wabbelreflektoren”. Kreisrunde oder ovale Reflektoren, die mithilfe einer Kunststoffschiene gespannt sind und sich durch Verdrehen auf Pizzatellergröße zusammenfalten lassen. Sie lassen sich schnell auseinander falten, sind kompakt sowie leicht zu transportieren und sind alles andere als stabil zu halten… Das hat häufig zur Folge, dass die Reflektion nicht gradlinig an die Stelle kommt, wohin man den Reflektor ausgerichtet hat, sondern durch Verbiegen des Reflektors im Wind abgeleitet wird. Die Reflektoren gibt es mit silber und gold Beschichtung sowie mit 5in1 “Bezügen” wo auch Abschatter, Durchlichtstoff und weißer Reflektorstoff bei sind. Preislich liegt man bei einem ca. 1m großen kreisrunden Reflektor irgendwo um 20 EUR. Inklusive Stativ und Haltearm ist man dann irgendwo um 75 EUR. Also relativ günstig.

Diejenigen unter euch, die sagen “Qualität kostet auch was”, kommen sehr schnell zu sunbounce. Super Prinzip. Wir haben zwei Stangen, dazwischen einen Stoff, der, dank leicht elastischer Kanten und Querstangen zwischen den beiden tragenden Stangen, straff und somit “gerade” gehalten wird. Kombiniert mit einer recht guten Verarbeitung und Aluminiumrohren hat man bei sunbounce eine unheimlich leichte Kombination für die Größe und die Stabilität. sunbouncer gibt es ebenfalls in diversen größen von Mini Micro über Mini bis Pro und BIG. Das Besondere Gimmick hierbei ist wohl der “Zebra”-Stoff. Eine Mischung von Gold und Silber in ZickZack-Muster angeordnet, sorgt für einen leicht erwärmten Ton, der aber noch weitaus kühler ist, als ein reiner Goldreflektor. Der Haken an diesem “Traum”? Ihr ahnt es, der Preis! Für einen sunbounce Mini mit Zebra-Bespannung sind es mal eben 218 EUR, die man berappen muss! Will man noch eine Haltevorrichtung haben, kommen nochmal 70 EUR drauf (muahaha). Kleiner Tipp schon an dieser Stelle: Manfrotto Superclamps kosten “nur” 16 EUR ;)

Alternativ gibt es in dieser Richtung nur lastolite, die leider Preislich nicht weit von sunbounce entfernt sind.

Kommen wir nun zu den günstigeren Alternativen. Ja, es geht noch günstiger, als Walimex! Variante 1 ist – viele denken überhaupt nicht dran – das gute alte Styropor! Kostenpunkt? 2,50 EUR für eine 50x120cm Platte im Baumarkt eures Vertrauens. An einem Stativ kann man das mit Hilfe einer Styroporgabel (ca. 15 EUR) und einem Schwanenhals (ca. 22 EUR) recht flexibel anbringen. Styropor ist leicht und kostet somit extrem wenig. Allerdings lässt es sich nicht so kompakt zusammenlegen und ist (meistens) nur in begrenzter Größe erhältlich. Reflektortechnisch ist es mit “nur weiß” natürlich auch nur begrenzt reflektierend, aber vllt. genügt es manchen ja, je nach Effekt, den man erzielen will. Aktionen, wie das Styropor mit einer der Silber- oder Goldseite einer Rettungs-Wärmedecke (ca. 2 EUR) zu beziehen, lasse ich mal außen vor, denn mir wäre das zu lästig, auch wenn es eine weitere kostengünstige Alternative wäre.

Variante 2: Kein Reflektor. Je nachdem, was für einen Effekt man erreichen will, braucht man keinen Reflektor. Natürlich wird somit auch kein Licht erzeugt, das schon wieder Studiocharakter hat.

Da ich ebenfalls vor der Frage stand: “was kaufe ich mir”, bzw. eher “kaufe ich mir einen sunbounce?!”, habe ich gerade eben einen kleinen Test mit den oben vorgestellten Lösungen gemacht.

Als Model stand mir die arme Calliope (Künstlername), von der ich nun die eher missratenen, aber zweckdienlichen Aufnahmen euch zeigen kann. Nur damit ihr sie in guter Erinnerung behaltet, sie kann auch so aussehen ;)

So, kommen wir also nun zum “Experiment”. Erstes Hindernis: der Transport. In meinen Wagen passten Sunbounce und Styropor nur auf die Rückbank. Klar, wer fährt sonst schon einen Kleinwagen, ne?

Hier nun noch ein Vergleich der zusammengepackten und entfalteten Größe der drei Reflektoren.

Ok, also was wollen wir testen? Gewollt war von mir eine Gegenlichtsituation. Ich habe letztens bereits ein nahes Portrait in dem Stil gemacht und schon häufig einen coolen Effekt ohne Blitzeinsatz bei diversen Fotografen gesehen. Letztendlich sollte sich das als nicht so einfach herausstellen, also kommen wir zu den oben beschriebenen “missratenen” Aufnahmen. Da dank Wind und vergessenem Halter für den sunbounce war es nicht möglich 100% gleiche Aufnahmen zu machen. Sorry dafür…

Ich habe zwei Sets gemacht. Zum einen Oberkörperportraits und im Anschluss Kopfportraits. Alle Fotos sind so aus der Kamera entnommen und weder retuschiert, noch in Helligkeit oder anderweitig angepasst. Die Zusammenstellungen verlaufen gleich. Von links oben nach rechts unten: ohne Reflektor – Styropor – Walimex – sunbounce.

Ganz deutlich zu erkennen ist, dass speziell der Walimex und der sunbounce Reflektor mehr Licht zurückgeben, als das Styropor. Zudem geben sie aber auch gut die Farbtemperatur der Sonne wieder. Inwieweit das gewünscht ist, muss man abwägen. Beim sunbounce ist eine Anhebung der Farbtemperatur ja durch die Bespannung schon beabsichtigt.

Bei den Kopfportraits finde ich diese Farbtemperatur-reflektierende Eigenschaft eher störend. Hier punktet das Styropor mit einer neutralen und weichen Reflektion. Grund für den besseren Effekt ist wahrscheinlich, dass die Kamera bei den Oberkörperportraits mehr Licht gemessen hat, als bei den Kopfportraits, wo die Messung hauptsächlich im “dunklen Bereich” stattgefunden hat.

Da diese Gegenlichtsituationen aber nicht unbedingt immer das ist, was man machen will und wofür Reflektoren standardmäßig eingesetzt werden, habe ich mich auch nochmal brav in den Schatten gestellt und dort auf die Schnelle ein paar Aufnahmen mit mir vertrautem Licht gemacht. Hierbei gilt es bei neutralem, weichem, geringfügigem Licht, mehr Licht in das Gesicht des Models zu bekommen. Auch hier die gleiche Bildkonstellation wie oben: ohne Reflektor – Styropor – Walimex – sunbounce

Gerade bei diesem Bild gefiel mir der wärmende Effekt des sunbounce überhaupt nicht. Die Reflektion ist sauber, allerdings kämpfe ich hier ggf. wieder mit “Mischlichtern” durch das Licht aus dem Hintergrund. Das Bild mit dem silbernen Wabbelreflektor hat am meisten Biss und sagt mir am Meisten zu. Allerdings lässt sich auch ohne Reflektor sehr gut arbeiten, wie man hier sieht. Das Styropor scheint eher hier als Abschatter gedient zu haben. Vllt. lag es an einer reflektierenden Fläche auf der linken Seite, die doch noch mehr Licht gespendet hat. Das ist leider nie wirklich draußen auszuschließen.

Fazit? Für mich: Auch wenn der sunbounce eine überragende Stabilität und ein super Handling aufweist, so hat er mich von der Reflektionsleistung jedoch nicht in dem Maße beeindruckt, als dass ich bereitwillig den Mehrpreis zu einem regulären Reflektor zahlen wollen würde. Letztendlich ist und bleibt es wohl eine Frage des Einsatzes. Jemand, der die Reflektoren in Kombination miteinander, intensiv und bei widrigen/windigen Bedingungen einsetzt, wird deutlich mehr Wert auf die Stabilität des Reflektors legen.

Was alles so mit mehreren Sunbouncern und einem Team zum Halten möglich ist, könnt ihr unter anderem auf der sunbounce Seite und bei FPS im Blog sehen.

Übrigens, der sunbounce ist natürlich auch mit nur silberner Bespannung (anstatt des hochgelobten und hier getesteten “zebra”) erhältlich, allerdings macht dann ausschließlich die Stabilität einen Kostenunterscheid von rund 200 EUR, was mir doch nicht so ganz klar erscheinen will. Lastolite wird in näherer Zukunft von mir nochmal genauer in Augenschein genommen, da sie dreieckige Faltreflektoren im Angebot haben, die eventuell stabiler ausfallen. Zudem bieten sie ebenfalls farblich gemischte Reflektionsflächen an und das in Abstufungen, die mich vllt. etwas mehr ansprechen. Wir werden sehen.

Hier noch zwei fertige Ergebnisse. Ich persönlich würde mich schwer tun zu sagen, welches mit dem 20 EUR und welches mit dem > 200 EUR Reflektor gemacht wurde, auch wenn ich bereits das Feedback erhalten habe, dass die doch etwas intensivere Bräunung (selbst nach Abkühlung der Farbtemperatur) des sunbounce, besser ankommt. Neben der Hautretusche wurde hier die Farbtemperatur korrigiert. Bei dem einen Bild nach unten, bei dem anderen nach oben.

Published by Marcel, on May 4th, 2009. Filled under: Ausrüstung | 2 Comments